Ausbildungsunterhalt

 

Eltern sind dazu verpflichtet, ihren Kindern eine angemessene Berufsausbildung zu ermöglichen. Dies schließt die Zahlung von Unterhalt bis zu dem Zeitpunkt ein, zu dem ein Kind seine Erstausbildung beendet hat. Dabei ist es unerheblich, ob das Kind bereits volljährig ist oder nicht.

 


 

Ausbildungsunterhalt für Studierende

 

Die Verpflichtung zur Finanzierung der Erstausbildung betrifft auch das Studium eines Kindes: für Studierende gelten also die gleichen Regelungen wie für Auszubildende.

 


 

Dauer des Unterhaltsanspruches

 

Der Unterhalt endet nicht unbedingt sofort mit dem Erreichen des Studienabschlusses. Die Rechtsprechung dehnt den Ausbildungsunterhalt auf eine "gewisse Zeit nach der Abschlussprüfung zum Zwecke der Arbeitsplatzsuche" aus. Das Anstellungsrisiko trägt das Kind allerdings allein.
Der Unterhaltsanspruch endet, und zwar auch bei Minderjährigen, wenn das Kind nach einer abgeschlossenen Ausbildung in der Lage ist, für seinen Lebensunterhalt selbst zu sorgen.

 


 

Kontrollrechte der Eltern

 

Die Eltern haben das Recht zur Kontrolle der Berufsvorbereitung. Sie können Belege, insbesondere die Vorlage von Zeugnissen, Bescheinigungen für Zwischenprüfungen und sonstige Scheine verlangen. Wenn das Kind die Auskunft verweigert, ergeben sich unmittelbare Rechtsfolgen zu seinen Lasten.


Bis zur Auskunftserteilung kann ein Zurückbehaltungsrecht geltend gemacht werden, das heißt der Unterhalt muss nicht bezahlt werden. Wird die Auskunft über eine ordnungsgemäße Ausbildung nachträglich erteilt, muss der Unterhalt nachgezahlt werden.  

 


 

Höhe des Unterhaltsanspruches

 

Grundsätzlich sind beide Eltern anteilig zur Zahlung von Unterhalt verpflichtet. Wohnt das volljährige Kind bei einem Elternteil, gilt die vierte Altersstufe der Düsseldorfer Tabelle. Hat es dagegen eine eigene Wohnung, gilt in der Regel ein fester Bedarfssatz, zur Zeit sind dies 670 Euro (Stand: 01.01.2011). Dazu kommt gegebenenfalls noch die Krankenversicherung.

 


 

Ausbildungsort

 

Ist die wirtschaftliche Lage der Eltern angespannt, so muss sich das unterhaltsberechtigte Kind auf einen preiswerteren Ausbildungsort beschränken. Dieser ist aber nicht an den Wohnsitz des Unterhaltspflichtigen gebunden, wenn ein anderer Ausbildungsort eine bessere Qualität der Ausbildung gewährleistet.

 


 

Studiengebühren

 

Zur Finanzierung einer angemessenen Ausbildung gehören auch die Studiengebühren. Aber: Es gilt das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme. Der Unterhaltsberechtigte muss also unter Umständen eine weniger kostspielige Ausbildung in Kauf nehmen.

 


 

BAFöG und Unterhalt

 

Unterhaltsansprüche gehen grundsätzlich dem BAFöG vor, das bedeutet, dass ein Auszubildender zunächst seine Unterhaltsansprüche gegenüber seinen Eltern durchsetzen muss, bevor er BAFöG erhält.


Tipp: Wer ein Studium plant, sollte vorsorglich einen BAFöG-Antrag stellen, auch wenn mit einer Ablehnung gerechnet wird.

 


 

Nebenjobs und Ferienjobs

 

Studierende sind nicht verpflichtet, Nebenjobs oder Ferienjobs anzunehmen, um zu ihrem Unterhalt beizutragen. Allerdings kann im Mangelfall der Eltern die Anrechnung des Verdienstes aus einem Neben- oder Ferienjob auf den Unterhalt in Frage kommen. Wer sein Kind dazu drängt, einen Neben- oder Ferienjob aufzunehmen, sollte sich allerdings darüber klar sein, dass sich unter diesen Umständen die Studiendauer verlängern kann.

 


 

Langzeitstudenten

 

Wird die Regelstudienzeit weit überschritten, so kann der Unterhaltsanspruch verfallen. Hier kommt das Prinzip der Gegenseitigkeit zum Tragen: Auf der einen Seite haben Studierende Anspruch auf eine Ausbildung, die ihrer Befähigung entspricht; auf der anderen Seite sind sie verpflichtet, ihr Ausbildungsziel konsequent zu verfolgen und es innerhalb der Regelstudienzeit zu erreichen. Ein Langzeitstudium müssen die Eltern also nicht finanzieren.

 

Tipp: Bei Überschreiten der Regelstudienzeit sollten Studierende die Gründe dafür dokumentieren und den Eltern unverzüglich mitteilen.

 


 

Studienfachwechsel und Studienabbruch

 

Studienfachwechsel: Wenn ein Studierender  nach mehr als zwei Fachsemestern das Studienfach wechselt, so kann er damit seinen Anspruch auf Unterhalt verlieren.

 

Studienabbruch: Von einem volljährigen Kind, das mit Zustimmung der Eltern studiert, ist zu erwarten, dass es sich beim Studienabbruch oder bei einer Studienunterbrechung mit späterer Fortführung in anderen Fächern zuvor mit den Unterhaltspflichtigen berät.

 


 

Zweitausbildung

 

Bei der Frage, ob Eltern die Zweitausbildung ihres Kindes finanzieren müssen, wird zwischen einer fachbezogenen Weiterbildung und einer fachfremden Zweitausbildung unterschieden. Während für die fachfremde Zweitausbildung nur in seltenen Fällen eine Unterhaltspflicht besteht, gehört eine fachbezogene Weiterbildung zur angemessenen Ausbildung und ist daher prinzipiell unterhaltspflichtig.

 

Hier finden Sie Beispiele und Voraussetzungen für eine fachbezogene Weiterbildung sowie Kriterien, nach denen auch für eine Zweitausbildung Unterhaltspflicht bestehen kann.

 



Scheidung:

Finanzielles:

Service:

» Scheidung einleiten

» Scheidungskosten

» 1 oder 2 Anwälte?

» Scheidung mit Kindern
» Prozesskostenhilfe

» Spartipps

» Häufige Scheidungsfehler

 

» Zugewinnausgleich

» Versorgungsausgleich

» Immobilien

» Streit um Immobilien

» Teilungsversteigerung

» Trennungsunterhalt

» Geschiedenenunterhalt

» Unternehmerscheidung

» Beratung

» Gerichtliche Vertretung

» Notarvereinbarungen

» Scheidungsanträge

» Onlinescheidung

» Internationales FamR

» Leistungen und Preise

» Anfragen per E-Mail

Unsere Preise:

   

» Scheidungsfolgesachen

» Trennungsvereinbarung

» Eheverträge

 

» Sorgerecht

» Umgangsrecht

» Unterhalt

» Gütertrennung

» Immobilie

» Zugewinnausgleich

» Versorgungsausgleich

 

 

 


Pressekontakt :: Terminvertretungen :: Datenschutz :: AGB :: Kontakt :: Impressum :: Sitemap      © system by signetix
 
Beratung zur Scheidung index Scheidungsantrag jetzt stellen Beratung per E-Mail