Berechnung des Versorgungsausgleichs

 

Und so wird der Versorgungsausgleich durchgeführt:


Bei einer Scheidung fragt das Gericht bei den Rentenversicherungsträgern nach, wie hoch die Rentenansprüche beider Ehepartner sind. Liegt dem Gericht diese Auskunft vor, werden diese Rentenansprüche beider Partner in einen Topf geworfen und hälftig aufgeteilt.

 

Damit ist sichergestellt, dass Ehegatten, die sich während der Ehe um Haus und Kinder kümmern und dadurch keine eigenen oder weniger Rentenansprüche erwerben konnten, bei einer späteren Rentenzahlung gegenüber dem aktiv in die Rentenkasse einzahlenden Ehepartner nicht benachteiligt werden.

 


 

Beispielrechnung zum Versorgungsausgleich

 

Beide Eheleute haben während der 13-jährigen Ehezeit Anwartschaften bei der gesetzlichen Rentenversicherung (sog. Entgeltpunkte) erworben.

 

- Der Ehemann hat in den 13 Jahren 21,81 Entgeltpunkte erworben.

 

- Die Ehefrau hat im gleichen Zeitraum 9,139 Entgeltpunkte erworben.

 

Die Entgeltpunkte beider werden addiert (30,949 Entgeltpunkte) und hälftig geteilt. Das Ergebnis ist, dass jedem Ehepartner 15,4745 Entgeltpunkte zustehen.

 

Die Anzahl der Entgeltpunkte muss jetzt mit dem Wert der Entgeltpunkte multipliziert werden.

 

Unterschiede in der Höhe der Entgeltpunkte in West und Ost

 

Der Wert der Entgeltpunkte ist in Ost- und Westdeutschland unterschiedlich:

 

  • Wert der Entgeltpunkte in Westdeutschland: 28,07 Euro

 

  • Wert der Entgeltpunkte in Ostdeutschland: 24,92 Euro

 

Jeder Ehepartner erhält im o.g. Beispiel in Westdeutschland durch die Scheidung eine monatliche Rente in Höhe von 420,91 Euro.

 

In Ostdeutschland ergibt sich für jeden Ehepartner somit eine monatliche Rente in Höhe von 373,40 Euro.

 


 

Schutz der Familie gem. Artikel 6 Grundgesetz


Beide Ehepartner erbringen vor dem Gesetzgeber und der Gesellschaft gleichwertige Leistungen. Also muss der Kinder erziehende Ehepartner im Scheidungsfalle ebenfalls Rentenanwartschaften vom beruflich aktiven Ehepartner erwerben, andernfalls würde der Beitrag zur Ehe, nämlich die Haushaltsführung sowie die Kindererziehung, zu einer Benachteiligung führen.

 

Übersteigen die Anwartschaften und Aussichten eines Ehegatten die des anderen, so ist der Ehegatte mit den höheren Anwartschaften ausgleichspflichtig gegenüber dem anderen Ehegatten. So wird sichergestellt, dass beide Ehegatten die Ehe mit den gleichen Rentenansprüchen verlassen.

 


 

Service rund um den Versorgungsausgleich

 

Fragen und Antworten rund um dem Versorgungsausgleich finden Sie in unserem Servicebereich.

 

Die Themen im Überblick:
 



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