Doppelverdienerehen

 

In vielen Ehen sind beide Ehepartner berufstätig, jeder Ehepartner ist in der Lage, für den Lebensunterhalt selbst aufzukommen. Diese Eigenständigkeit wollen sich die Partner erhalten, indem sie einen Ehevertrag schließen.

 

Hierbei gibt es viele sehr unterschiedliche Modelle, die nicht für jeden gleichermaßen geeignet sind, aber im Einzelfall sehr gut passen können. Die Palette der Möglichkeiten reichen von der Gütertrennung mit Verzicht auf die Durchführung des Versorgungsausgleich über die individuelle Regelung einzelner Bestandteile aus dem Vermögensbestand der Eheleute bis hin zu einer für viele Ehepaare sehr interessante Variante, die als modifizierte Zugewinngemeinschaft bekannt ist und die äußerst flexibel auf die jeweiligen Bedürfnisse angepasst werden kann. In den Vertrag können Bedingungen einfließen, die erst bei Eintritt zu bestimmten Rechtsfolgen führen. So kann unter bestimmten Bedingungen z.B. die Festlegung erfolgen, dass ein Ehepaar im Güterstand der Gütertrennung lebt, der im Falle des Todes eines Ehepartners aufgehoben wird und wieder in den gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft zurückgesetzt wird. Im Falle einer Scheidung bleibt hingegen die Gütertrennung bestehen.

 

Die Vorteile dieser Variante liegen auf der Hand. Gelingt es dem Paar, das Leben gemeinsam zu verbringen, was in der heutigen Zeit schon eine echte Leistung ist, so soll der andere Ehepartner erbrechtlich so gestellt werden, als bestünde während der gesamten Zeit der Güterstand der Zugewinngemeinschaft, während wirtschaftliche Risiken, die nur einen Ehepartner betreffen, vom anderen weitgehend ferngehalten werden. Im Falle des Todes eines Ehepartners lebt der Anspruch auf die seit 2009 erhöhten Freibeträge für Ehepartner wieder auf.

 

Zum Vergleich: Die erbrechtlichen Ansprüche erlöschen bei Gütertrennung und sollte ein Ehepartner trotzdem etwas erben, weil es in einem Testament oder einem Erbvertrag so besprochen wurde, sind die Freibeträge genauso hoch wie bei völlig fremden Personen. Umsicht und der Wille, eine individuelle Regelung zum Wohle aller zu finden, kann also helfen, eine Menge Geld zu sparen und trotzdem vertragliche Sicherheiten miteinander zu verbinden. Zwar können allgemeine Lebensrisiken nicht verhindert werden, negative Folgen hingegen gemildert oder sogar gänzlich vermieden werden.

Eheverträge bieten auch vertragliche Sicherheit für den Fall einer Scheidung

Nicht nur die Ehezeit, sondern auch die wirtschaftlichen Folgen einer Scheidung können in einem Ehevertrag geregelt werden. Viele denken frühzeitig daran und treffen Vereinbarungen, ohne dass diese Situation absehbar ist. Möglicherweise tritt dieser Umstand niemals ein. Und wenn doch, ist vorgesorgt. Ein Scheidungsverfahren bleibt dann zwar immer noch eine sehr persönliche Angelegenheit, jedoch keine wirtschaftliche Bedrohung für die Betroffenen mit u.U. schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen. 




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