Gemeinsames Sorgerecht

 

Sorgerecht: Eltern bleiben Sie ein Leben lang

 

Auch bei dauerhafter Trennung oder späterer Scheidung obliegt den Eltern gemeinsam das Sorgerecht, es sei denn, ein Gericht entscheidet, das alleinige Sorgerecht einem der beiden Elternteile zuzusprechen.

 


 

Gemeinsames Sorgerecht - Welcher Elternteil darf was?

 

Der Gesetzgeber unterscheidet:

 

Angelegenheiten des täglichen Lebens (§ 1687 Abs. 1 S. 3 BGB)

 

Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung (§ 1687 Abs. 1 S. 1 BGB)

 

Trotz gemeinsamer elterlicher Sorge werden also Dinge des täglichen Lebens von dem Elternteil entschieden, bei dem die Kinder in Obhut sind.

 

Das heißt, dass der Elternteil, bei dem die Kinder leben und von dem die Kinder versorgt werden, alle Angelegenheiten des täglichen Lebens alleine und ohne Zustimmung des anderen Elternteils regeln kann. Die Gesetzesgrundlage hierfür bietet der § 1687 Abs. 1 S. 2 BGB.

  

Dagegen sind Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung nur im Einvernehmen beider Elternteile zu entscheiden (§ 1687 Abs. 1 S. 1 BGB).

 

Ausnahmen: Gefahr im Verzug, z.B. eine Not-Operation des Kindes, gibt einem Elternteil das Recht, alleine hierüber zu entscheiden.

  


 

Was sind Angelegenheiten des täglichen Lebens?

 

Der Gesetzgeber erklärt hierzu:

 

Angelegenheiten des täglichen Lebens sind Entscheidungen des Sorgerechts, die häufig vorkommen und keine schwer abzuändernden Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes haben.

    

Beispiele für Angelegenheiten des täglichen Lebens:

 

Freizeitgestaltung

 

Nachhilfe, Vereinsmitgliedschaft, Schulchor

 

Tagesreisen mit der Schule

 

Bestimmungs des Urlaubs

 

Umgang mit „richtigen" und „falschen" Freunden

 

Kleidung

 

Fernsehkonsum

 

Routinemäßige Arztbesuche

 

Beispiele im Sorgerecht für Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung:

 

Schul-, Ausbildungs- und Berufswahl,

 

Verwaltung des Vermögens des Kindes,

 

Operationen oder medizinische Behandlungen mit erheblichem Risiko

 

Wohnsitzwechsel

 

Erläuterung am Beispiel: Abholen und Begleiten eines gemeinsamen Kindes auf dem Weg zur Kindereinrichtung oder zur Schule

 

Die Frage, welcher Elternteil mit dem gemeinsamen Kind diesen Weg zurücklegt, ist eine Angelegenheit des täglichen Lebens.

 

Maßgebend für diese Einordnung ist die objektive Sicht eines verständigen Beobachters. 

 



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