Geschiedenenunterhalt

 

Kann ein Ehegatte nach der Scheidung nicht selbst für seinen Unterhalt sorgen, so kann er seinen Anspruch auf Geschiedenenunterhalt gegen den Ehepartner geltend machen.

 

Die Zahlung von nachehelichen Unterhalt ist für den Gesetzgeber Ausdruck der nachehelichen Solidarität. Doch viele Unterhaltszahler können nicht verstehen, warum zwar die Ehe vorbei ist, nicht aber die finanziellen Verpflichtungen. Oder noch deutlicher: Für viele stehen die über die Ehezeit hinausgehende Unterstützung im direkten Gegensatz zum Grundsatz der wirtschaftlichen Eigenverantwortung. Wer aber das Problem lösen will, sollte sich die kommenden Seiten aufmerksam durchlesen. Für Unterhaltszahler und für Unterhaltsempfänger gilt gleichermaßen, dass nur derjenige, der die eigenen Rechte kennt, in der Lage ist, die unterhaltsrechtlichen Folgen einer Scheidung richtig einzuschätzen.

Ein Anspruch auf nachehelichen Unterhalt entsteht nicht automatisch, wenn eine Ehe geschieden wird. Wer Unterhalt haben will, muss über seinen Anwalt einen entsprechenden Antrag bei Gericht stellen lassen. Oder anders gesagt, kein Antrag – kein Unterhalt.

 

Einen Antrag auf nachehelichen Unterhalt stellt der Anwalt, der einen Mandanten im gerichtlichen Scheidungsverfahren betreut. Sie selbst können in einem Scheidungsverfahren ohne Anwalt keinen gerichtlichen Antrag stellen. Wichtig ist auch, wie der Antrag auf Unterhalt begründet wird.

 

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass man immer Unterhalt bekommt, sobald ein Antrag gestellt wird. Die Wirklichkeit in deutschen Gerichten sieht eher so aus, dass je besser der Anwalt ist, desto besser ist auch das Ergebnis. Es kommt bei der Unterhaltshöhe ganz entscheidend auf die Begründung an, nicht nur bei der Beantragung, sondern auch bei der Abwehr überzogener Unterhaltsforderungen.

 

Viele Anwälte beherrschen leider die komplexen Zusammenhänge nicht, die für eine korrekte Unterhaltsberechnung heranzuziehen sind. Es kommt noch schlimmer: Einige Anwälte nutzen hierfür Standardtabellen, aus der sich zwar schnell grobe Ergebnisse entnehmen lassen, die jedoch viele der ansetzbaren Positionen außeracht lassen. Die Folge sind reihenweise fehlerhafte Unterhaltberechungen. Übrigens prüfen Gerichte nur dann die Höhe einer Unterhaltsberechnungen, wenn das beantragt wird. Es ist Sache der um Unterhalt streitenden Parteien, die richtigen Anträge zu stellen. Diese gerichtliche Auffassung sollte dazu führen, nur erfahrene Anwälte mit der Berechnung zu beauftragen, doch leider ist das nicht der Fall. Mandanten können oftmals die Kompetenz eines Anwalts nicht einschätzen und können daher auch nicht wissen, dass auch viele gerichtliche Unterhaltstitel falsch sind, da diese auf der Grundlage fehlerhafter Unterhaltsberechnungen zustande gekommen sind.

Nicht nur in der Bevölkerung sind die Auswirkungen der Unterhaltsrechtsreform aus dem Jahre 2009 und den späteren Anpassungen nicht geläufig, auch viele Anwälte sind mit dieser Spezialmaterie überfordert. Wir führen jedes Jahr zahlreiche Verfahren durch, die eine z.T. äußerst schlampige Arbeit von Anwälten korrigiert.

 

Doch nicht immer liegen die Gründe für eine gebotene Anpassung der Unterhaltshöhe an den beteiligten Anwälten. Gründe für eine Überprüfung der Unterhaltshöhe können auch in einer geänderten Lebens- und Einkommenssituation sowohl beim Unterhaltszahler als auch beim Empfänger des Unterhalts liegen. Schon nach einer kurzen Prüfung können wir meist sagen, ob sich die Überprüfung für den Betroffenen lohnt. 

 

Hier erfahren Sie alles zum Thema Geschiedenenunterhalt:

 

Was ist Geschiedenenunterhalt? 

 

Voraussetzungen für den Geschiedenenunterhalt 

 

Was muss ich tun, um Geschiedenenunterhalt zugesprochen zu bekommen? 

 

Muss ich meine Einkommensverhältnisse offen legen?

 

Wegfall des Unterhaltsanspruches

 



☰ Direktmenü

 

 


Pressekontakt :: Terminvertretungen :: Datenschutz :: AGB :: Kontakt :: Impressum :: Sitemap      © system by signetix
 
Beratung zur Scheidung index Scheidungsantrag jetzt stellen Beratung per E-Mail