Die klassische Ehe

 

Auch heute noch bezeichnen viele Juristen die Ehe, bei der ein Ehepartner erwerbstätig ist, während sich der andere überwiegend um die häuslichen Pflichten kümmert, als sog. "Hausfrauenehe", obwohl dieser Begriff mittlerweile schon durch die hohe Anzahl von Männern, die die häusliche Besorgung erledigen, als überholt gelten dürfte. Wir wollen nicht unerwähnt lassen, dass viele neben der Erledigung der anfallenden Arbeiten im Haus eine Nebentätigkeit ausüben, die sogar oftmals auch vom zuhause aus gemacht werden kann.

Meist gibt es ein größeres Einkommensgefälle zwischen den Eheleuten, in vielen Fällen verdient ein Ehepartner alles, während der andere  keine eigenen Einkünfte hat. Die Krankenversicherung wird in diesen Fällen oftmals über die in Deutschland derzeit noch mögliche Familienversicherung gewährleistet. Beiträge zur Rentenversicherung hingegen, die eine Absicherung im Alter ermöglichen, werden oftmals nicht selbst erwirtschaftet. Eine Absicherung erfolgt in diesen Fällen nur direkt über den erwerbstätigen Ehepartner.

In dieser Konstellation einen Ehevertrag zu schließen, kann dazu führen, dass besondere Auflagen zu erfüllen sind, damit ein Ehevertrag seine volle Wirkung entfalten kann. Es kommt immer wieder zu Fällen in Deutschland, in denen eine Ausgewogenheit der Interessen nicht in ausreichendem Maße beachtet wurde und die daher teilweise oder vollständig unwirksam wurden.

Zunächst einmal dürfen Eheverträge nicht in einer Weise abgefasst werden, die zulasten der Allgemeinheit gehen. Eine Benachteiligung der Allgemeinheit wäre der Fall, wenn die Eheleute einen vollständigen Verzicht auf den Versorgungsausgleich vereinbaren wollen, wenn ein Ehepartner alles und der andere nichts oder kaum etwas verdient hat und keine eigenen Rentenanwartschaften erworben hat. Während dieser Vertrag während einer intakten Ehe kein praktischen Konsequenzen hat und daher kaum angefochten werden dürfte, kommt das Erwachen, sobald eine Scheidung ansteht. Der verzichtende Ehepartner steht jetzt praktisch ohne finanzielle Absicherung für das Alter da, also müsste die Allgemeinheit für den täglichen Bedarf eintreten. Tut sie aber nicht immer. Der Ehevertrag kann, wenn die Bedingungen hierfür vorliegen, auch Jahre später noch wirksam angefochten werden. Viele wissen nicht und sind umso überraschter, wenn in einem Ehevertrag auch Rechtsgebiete betroffen sind und beachtet werden müssen, die auf den ersten Blick nicht unmittelbar dazu gehören. Diese komplexen Auswirkungen hängen mit der besonderen Stellung der grundgesetzlich geschützten Ehe und einem damit einhergehenden besonderen Schutz der Eheleute als Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft zusammen, die nicht nur in guten, sondern auch in schlechten Zeiten füreinander einstehen sollen. Die soziale Ausgewogenheit spielt daher bei Eheverträgen ein sehr große Rolle. Doch ein vollständiger Verzicht kann auch wirksam sein. Maßgebend sind die in Vertrag getroffenen Ausgleichsregelungen, die stark voneinander abweichen können und vom jeweiligen Einzelfall abhängen.

Die Gestaltungsmöglichkeiten sind hier vielfältig.

Wichtig für jeden Ehevertrag: Das Recht hat sich in den letzten Jahrzenten mehrfach geändert. Ein Überprüfung des Inhalts von Zeit zu Zeit schützt vor bösen Überraschungen. Wir wollen es klar sagen: Eine dauerhafte Rechtssicherheit kann Ihnen kein Anwalt auf der Welt zusagen, ändert sich die Rechtsprechung, muss ein geschlossener Ehevertrag unbedingt angepasst werden. Diese Regelung gelten nicht nur im Bereich alternativer Regelungen des Versorgungsausgleichs, sondern auch für fast alle anderen Bereiche, die in Eheverträgen geregelt werden sollen. Eine aktuelle Bestandssicherheit vor Familiengerichten haben in aller Regel, momentan noch, Vereinbarungen zwischen Eheleuten mit Kindern, in denen Zugewinnausgleich sowie Aufstockungsunterhalt ausgeschlossen wurde. Aber auch das hängt vom Inhalt der jeweiligen Vereinbarung ab.
 



☰ Direktmenü

 

 


Pressekontakt :: Terminvertretungen :: Datenschutz :: AGB :: Kontakt :: Impressum :: Sitemap      © system by signetix
 
Beratung zur Scheidung index Scheidungsantrag jetzt stellen Beratung per E-Mail