Modifizierte Zugewinngemeinschaft

 

Mischform zwischen Gütertrennung und Zugewinngemeinschaft

 

Genauso wie es nicht nur die Farben Schwarz und Weiß gibt, gibt es auch bei der Regelung des Güterstandes nicht nur die Zugewinngemeinschaft und die Gütertrennung, sondern eine Mischform, die Grundzüge beider Güterstände vereinigt. Wenn eine Ehe geschlossen wird, ist grundsätzlich der Güterstand der Zugewinngemeinschaft festgelegt. Per gemeinsamen Vertrag können Paare jedoch die sog. Modifizierte Gütergemeinschaft vereinbaren. In dieser Vertragsform werden jeweils einzelne Punkte wie z.B. der Unterhalt, der Zugewinn oder das Erbrecht alternativ zu den gesetzlichen Regelungen festgeschrieben, ohne dass der Grundcharakter des bisherigen Güterstandes verändert wird.

 


 

Vielfältige Regelungsmöglichkeiten

 

Damit Sie sehen, wie vielfältig und individuell die Regelungsmöglichkeiten sein können, haben wir Ihnen einige Beispiele zusammengestellt:

 

Beispiel 1: Teilverzicht beim Zugewinnausgleich

 

Der Zugewinnausgleich soll unverändert bestehen, die Entwicklung eines Unternehmenswertes soll jedoch vom Zugewinn ausgeklammert werden. Für diesen Teilverzicht kann eine Ausgleichszahlung vereinbart werden, muss aber nicht.

 

Abwandlung: Es kann z.B. auch vereinbart werden, dass der ausgleichsberechtigte Ehepartner im Falle einer Scheidung nicht auf seinen Anspruch verzichtet, sondern eine Vereinbarung über eine Ratenzahlung geschlossen wird.

 

Beispiel 2: Verwendung eines Erbes

 

Eine größere Erbschaft, die einer der Ehepartner in die Ehe investiert hat (z.B.  für den Kauf einer gemeinsamen Immobilie), soll nicht dem Zugewinn unterliegen, sondern dem Anfangsvermögen zugeschlagen werden.

 

Beispiel 3: Die Beschränkung auf den Todesfall

 

Die Regeln für den Zugewinnausgleich sollen nur gelten, wenn der Tod eines Ehepartners eintritt. Im Falle einer Scheidung soll die Gütertrennung vereinbart werden.

 

Beispiel 4: Änderung unter Eintritt einer Bedingung

 

Vereinbarung einer Gütertrennung bis zur Geburt eines Kindes, ab dann soll die Ehe als Zugewinngemeinschaft geführt werden.

 

Das ist nur ein kurzer Auszug aus den Möglichkeiten, die diese Vertragsform bietet. Die Bandbreite der Regelungsmöglichkeiten schließt auch Vereinbarungen mit ein, die bei einer zu kurzen Ehedauer eintreten.

 

Jedoch ist nicht jede Regelung, die denkbar ist, am Ende auch rechtswirksam.

 


 

Für wen ist die modifizierte Zugewinngemeinschaft geeignet

 

Interessant wird die modifizierte Zugewinngemeinschaft für Paare, die wirtschaftlich selbständig sind und einzelne Teile regeln wollen, nicht jedoch einen Gesamtverzicht auf Zugewinn, Versorgungsausgleich oder Unterhalt erwägen.

 


 

Abgrenzung zur Scheidungsfolgenvereinbarung

 

Die Scheidungsfolgenvereinbarung wird in der Regel geschlossen, wenn ein Ende der Ehe abzusehen oder möglich erscheint. In diesen Fällen wird die Abwicklung der Ehe geregelt. Die Vereinbarung der modifizierten Gütergemeinschaft hat eher den Charakter eines Ehevertrages, der einzelne Sachverhalte innerhalb der Ehezeit regeln sollen.

 



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