Scheidung in der Antike

 

Scheidung in der Antike

 

Die Scheidung als Mittel der Beendigung einer Ehe war bereits in der Antike bekannt. Allerdings gab es in den verschiedenen antiken Kulturen für die Scheidung – sofern diese überhaupt möglich war – ganz unterschiedliche Regeln.

 

Meist spiegelt die Art, wie die Scheidung vor sich ging, deutlich die Stellung von Mann und Frau in der jeweiligen Gesellschaft wider: Kulturen, in denen Frauen den Männern gänzlich oder nahezu gleichgestellt waren, gestanden Frauen auch hinsichtlich der Scheidung einen großen Entscheidungsspielraum zu. Wo Frauen dagegen eine untergeordnete Rolle einnahmen, war ihnen in der Regel auch die Scheidung erschwert.

 

Scheidung im antiken Athen

 

Im antiken Athen standen Ehefrauen – wie allgemein im antiken Griechenland – unter der Vormundschaft ihres Gatten. Eine Scheidung konnte zwar vom Ehemann wie auch von der Ehefrau erwirkt werden, doch waren die gesetzlichen Hürden für Frauen ungleich höher, wenn sie sich von ihrem Mann trennen wollten: Während er zur Auflösung der Ehe die Scheidung einfach vor Zeugen aussprechen musste, war sie gezwungen, ihren Trennungswunsch beim Archon (einem hohen für städtische Belange zuständigen Beamten) anzuzeigen. Selbst in der Wortwahl wurde zwischen der vom Mann und von der Frau erwirkten Scheidung unterschieden: die Frau verließ (das gemeinsame Heim), der Mann verstieß (die Frau, die nach einer Scheidung in der Regel wieder zu ihrer Familie und in die Obhut ihres Vaters oder eines anderen männlichen Verwandten zurückkehrte).

 

Einen Nachteil hatte die Scheidung für den Ehemann allerdings auch: die Mitgift der Frau wanderte von seinem Besitz in die Verfügungsgewalt dessen, der von nun an für die Frau aufkam.

 

Scheidung im alten Rom

 

Im alten Rom entwickelten sich im Laufe der Zeit dagegen ganz andere Regeln für die Scheidung. Zwar stand die Frau auch hier zunächst unter der Vormundschaft des pater familias, des ältesten männlichen Familienmitglieds, doch erhielten vor allem die Frauen der Oberschicht nach und nach mehr Rechte. Eine Scheidung konnte zunächst nur vom Ehemann sowie vom Vater der Ehefrau erwirkt werden, seit der Kaiserzeit durften dann beide Eheleute die Scheidung einreichen. Auch eine Wiederheirat war für beide möglich.

 

Im antiken Rom wurde die Ehe als faktische Lebensgemeinschaft angesehen, die nicht vor dem Gesetz geschlossen oder aufgelöst wurde. Das bedeutet: So wie zur Schließung einer Ehe kein Rechtsakt notwendig war, so war auch die Scheidung keinem rechtlichen Verfahren unterworfen: Wünschten beide Eheleute oder einer von ihnen die Auflösung der Ehe, so war diese geschieden, wenngleich die grundlose einseitige Scheidung verpönt war.

 

Wie die Eheschließung erfolgte auch die Scheidung im antiken Rom weitgehend nach Standesbrauch, das heißt entweder mit mehr oder minder großem zeremoniellem Aufwand oder auch unter völligem Verzicht auf Zeremonien. 

 



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