Scheidungsvoraussetzung: Scheitern der Ehe

 

Das Zerrüttungsprinzip

 

Seit der Reform des Familienrechts im Jahre 1977 gilt im Scheidungsrecht das sog Zerrüttungsprinzip. Dieses hat der Gesetzgeber in § 1565 Abs. 1 BGB festgeschrieben. Demnach kann eine Ehe geschieden werden, wenn sie gescheitert ist. Es ist unerheblich, wer für das Scheitern der Ehe verantwortlich ist.

 

Eine Ehe wird vom Gesetzgeber als gescheitert angesehen, wenn die Ehegatten nicht mehr in ehelicher Lebensgemeinschaft leben und auch nicht erwartet werden kann, dass diese von den Ehegatten wiederhergestellt wird.

 

Das Gericht hat daher folgende Fragen zu klären:

 

Diagnose - Wie ist der Zustand einer bestehenden Ehe?

 

Ist eine Ehe am Ende, wenn die Worte gegenseitiger Zuneigung gesagt sind und sich das gemeinsame Gespräch auf die Organisation des Alltags beschränkt? Diese Frage muss jeder selbst entscheiden. Grundsätzlich kann eine Ehe als gescheitert betrachtet werden, wenn ein oder beide Partner eine eheablehnende Gesinnung zeigen.

 

In der Praxis bedeutet das, dass die Eheleute nicht mehr bemüht sind, eine Einigung über die Belange einer Ehe zu erzielen.

 

Prognose - Wird die Fortführung der Ehe von beiden Ehepartnern gewünscht oder ist die Ehe gescheitert?

 

Wenn keine Hoffnung auf eine Weiterführung der Ehe besteht, weil einer oder beide Ehepartner keinen Sinn mehr darin sehen, kann man durchaus von einem Scheitern sprechen.

 

Eine Fortführung der Ehe kann nur dann in Erwägung gezogen werden, wenn dies auch tatsächlich beide Partner wollen.

 



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