Änderung der Steuerklassen

 

Meist sind es Ehepaare mit einem Einkommensgefälle, die das sog.  Ehegattensplitting in Anspruch nehmen, bei denen der Besserverdienende die günstigere Steuerklasse, der Geringerverdienende jedoch erheblich schlechter gestellt wird. In der Summe ergibt diese Konstallation einen rechnerischen Vorteil, der dadurch entsteht, dass in Deutschland die Steuersätze nicht linear, sondern progressiv steigen. Das bedeutet, wer mehr verdient, zahlt prozentual mehr Steuern als jemand, der weniger verdient. Dieses System wurde eingerichtet, um die Ehe auch steuerlich attraktiver zu gestalten. Bei einer Scheidung fällt dieser Vorteil weg und wird durch eine Einzelveranlagung ersetzt, die beide Eheleuten in die gleiche Steuerklasse zwingt.

 

Und darauf sollten Sie achten

 

Steuerliche Veranlagung im Jahr der Trennung

 

Das Ehegattensplitting kann im Jahr der Trennung noch in Anspruch genommen werden, da die Ehe in diesen Jahr noch besteht und eine Versöhnung zumindest nicht ausgeschlossen werden kann. Der Staat reagiert nur, wenn die Trennung offensichtlich endgültig erfolgen soll.

 

Im Jahr nach der Trennung

 

Im Jahr nach der Trennung entfällt die Möglichkeit, steuerliche Vorteile aus dem Ehegattensplitting zu ziehen vollständig. Eheleute müssen getrennt veranlagt werden. Hier reicht ein kurzes Schreiben an das Finanzamt und an den Arbeitgeber, damit für Sie auch später ein Nachweis möglich ist. Unterlassen Sie es, kann es schnell teuer werden.

 

Unser Tipp: Es gibt leider zahlreiche Anwälte, die von anzuwendendem Steuerrecht im Zusammenhang mit Ehescheidungen keine oder kaum Ahnung haben und damit die eigenen Mandanten in höchste Bedrängnis bringen können.

 

Wir haben (natürlich nur auf der Gegenseite) mehrfach erlebt, dass Richter sich süffisant nach der Steuerklasse erkundigen und bei fehlender Ummeldung der Steuerklasse die Meldung an die Staatsanwaltschaft weiterleiten. Die unterlassene Ummeldung und damit Inanspruchnahme der günstigeren Steuerklasse ist eine Straftat, die von der Staatsanwaltschaft verfolgt wird und meist gegen Zahlung eines erheblichen Bußgeldes einstellt, wenn es glimpflich abgeht. Aber auch die Einleitung eines Strafverfahrens ist denkbar. Ein Anwalt, der seinen Mandanten hierauf nicht aufmerksam macht und auf den Steuerberater verweist, macht nichts falsch und kann auch nicht belangt werden. Ein verantwortungsbewußter Anwalt sollte so nicht mit seinem Mandanten umgehen.

 

Unser Tipp: Ein Versöhnungsversuch wird steuerlich anders behandelt als im Familienrecht. Wer die Vorteile des Ehegattensplitting in Anspruch nehmen will, sollte einen Versöhnungsversuch gegenüber dem Finanzamt nachweisen, selbst wenn dieser gescheitert ist.

 

Anders als im Steuerrecht führt im Familienrecht ein Versöhnungsversuch erst dann zur Unterbrechung des Trennungsjahres als Scheidungsvoraussetzung, wenn der Versöhnungsversuch länger als drei Monate andauert; auf den Erfolg der Versöhnung kommt nicht an.

 


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