Probleme bei der Immobilienfinanzierung durch Trennung und Scheidung

 

Jetzt wenden wir uns einem großen Problem zu, das bei der Mehrheit der Scheidungsverfahren, bei denen gemeinsames Wohneigentum angeschafft wurde, relevant wird. Es handelt sich um die Frage, wie mit offenen Bankdarlehn, die für die Finanzierung der Immobilie aufgenommen wurden, im weiteren Verlauf umgegangen wird.

Steuerklassenwechsel, Unterhaltszahlungen, doppelte Lebensführung, das alles sind Kosten, die durch Trennung und Scheidung auf die Betroffenen zukommen können und die vereinbarten monatlichen Raten an die Bank deutlich erschweren oder sogar ganz in Frage stellen können.
 



Finanzierungsverträge prüfen

 

Die Beteiligten sollten zunächst wissen, wie flexibel der mit der Bank geschlossene Vertrag ist. Enthält der Vertrag die Möglichkeit einer vorzeitigen Ablösung, erleichtert das die Möglichkeit, eine wirtschaftlich sinnvolle Lösung zu finden.

 

Leider ist in Zeiten steigender Immobilienpreise mit einer abnehmenden  Bereitschaft der Banken zu rechnen, den Kunden entgegen zu kommen. Vielmehr kann es sich für die Banken wieder lohnen, die Immobilien selbst zu verwerten. Eines kann ganz klar gesagt werden: Die Zeiten sind vorbei, in denen Banken auch ihre eigenen Kreditnehmer baten, sich nach einem geeigneten Käufer umzusehen, so etwas findet man nur noch in Ausnahmefällen. Für die Immobilieneigentümer heißt das im Klartext, dass es Banken gibt, die geradezu darauf warten, dass bei günstig erworbenen Häusern oder Grundstücken Zahlungsprobleme einsetzen und dann die attraktivsten Immobilien an sich reißen.

Hier muss besonders darauf geachtet werden, dass sich die Banken korrekt verhalten und nicht einseitig beraten. Wer von Trennung und Scheidung betroffen ist, hat schon genug Probleme, darüber hinaus einen zusätzlichen wirtschaftlichen Schaden verkraften zu müssen, braucht kein Mensch.

 



Verhandlungspostion stärken

 

Damit Sie gegenüber der Bank Ihre Verhandlungsposition nicht gefährden, empfehlen wir unbedingt: Zahlen Sie (pünktlich) die Raten an die Bank weiter und suchen Sie zusammen mit Ihrem Ehepartner in der Zwischenzeit eine wirtschaftlich sinnvolle Lösung. Auch wenn die Gespräche in allen anderen Bereichen ins Stocken geraten sind, sollten Sie unbedingt versuchen, über die Immobilie eine gemeinsame Lösung zu finden. Wenn es zu einer Zwangsversteigerung durch die Bank kommt, ist das für Sie und Ihren Ehepartner gleichermaßen eine schlechte Lösung. Die Verkaufserlöse bei Zwangsversteigerungen decken in der Regel einen Betrag zwischen 50 und 70 %  des aktuellen Verkehrswertes. Darüber hinaus zahlen Sie die Kosten des Verfahrens. Sie können sich ausrechnen, dass nur der schuldenfrei das Feld räumt, der mindestens 50 Prozent der Immobilie bereits an die Bank bezahlt hat. Dieses Geld, für das Sie jahrelang hart gearbeitet und bereits an die Bank bezahlt haben, ist dann weg. Nicht selten übernimmt eine Immobiliengesellschaft, die einer Bank mindestens zu einem Teil gehört, die Immobilie.
 



Nicht nur mit der Bank reden

 

Lassen Sie unbedingt prüfen, wie die Konditionen für einen Ausstieg aus dem Vertrag, eine Übertragung eines Anteils am Eigentum oder sich andere geeignete Wege auftun, um einen wirtschaftlichen Schaden zu verhindern.

 

Übrigens: Die Bank ist in dieser Situation selten IHR Freund, es gibt genügend Beispiele, in denen Bankkunden das Falsche geraten wurde, Alternativen nicht aufgezeigt wurden oder ähnliches, oft mit erheblichem wirtschaftlichen Schaden für die Betroffenen. Banken sind Wirtschaftsunternehmen, die ausschließlich ihren Gewinnen verpflichtet sind, die können von einem am Erfolg orientierten Unternehmen  keine umfassende Beratung erwarten, allenfalls im Hinblick auf die eigenen, wunderschön in Hochglanzbroschüren abgedruckten Produkte. Wir schreiben das in dieser Offenheit, um die wirtschaftliche Brisanz zu verdeutlichen. Es geht darum, handlungsfähig zu bleiben. Niemand will am Ende mit einem Haufen Schulden dasitzen.

Handlungsfähig zu bleiben bedeutet, geeignete Möglichkeiten zu prüfen. Die Möglichkeiten erhöhen sich, je berechenbarer und zuverlässiger Sie agieren und je weiter die Rückzahlungen vorangekommen sind. Die Lösungen könnten dann z.B. so aussehen, dass wir mit Ihrer Bank eine Umschuldung verhandeln, die ggfls. durch Sicherheiten unterstützt wird, ein Ehepartner aus dem Vertrag entlassen wird oder die Immobilie zur Kostendeckung an Dritte weitervermietet wird. Möglichkeiten gibt es viele, jede einzelne sollte geprüft werden. Viel zu oft wird leichtfertig den Banken vertraut, die als einzige Lösung (wen wundert‘s) auf die eigene Verwertung beharren.

 




Pressekontakt :: Terminvertretungen :: Datenschutz :: AGB :: Kontakt :: Impressum :: Sitemap      © system by signetix
 
Beratung zur Scheidung index Scheidungsantrag jetzt stellen Beratung per E-Mail