Scheidung mit Kindern

 

Der Anwalt als Interessenvertreter der Kinder

Jede zweite Ehe wird geschieden und oftmals sind hierbei auch die gemeinsamen minderjährigen Kinder betroffen. Im Rahmen unserer anwaltlichen Tätigkeit begleiten wir nicht nur die Eltern durch die Scheidung, sondern sind als Umgangspfleger und Verfahrensbeistände besonders in die Verfahren mit minderjährigen Kindern eingebunden und sind hier für den Ausgang der Verfahren im Sinne der Kinder zuständig.

Wie Kinder die Scheidung erleben

Da uns allen klar ist, wie sehr Kinder unter der Trennung der Eltern leiden, ist es angebracht hierzu einige Worte zu verlieren. Viele Kinder schildern, dass für sie eine Welt zerbricht, wenn die Eltern getrennte Wege gehen, sagen aber gleichzeitig, dass das Ende der Stresssituation, die von den Eltern vor der Trennung ausging und auch von den Kindern nicht ferngehalten werden konnte, als Erlösung wahrgenommen wird. Nimmt man diese Aussagen ernst, sollten Eltern bei der Trennung einige wenige Dinge beachten.

 

Besonders wichtig für die Kinder ist es, dass von den Eltern das Signal ausgeht, dass die Kinder keine Schuld an den Ereignissen tragen und dass auch im Weiteren die Eltern für die Kinder da sind. Jedes Gezerre an den Kindern verbietet sich, doch die Wirklichkeit sieht leider anders aus. Da wird verbittert um die Kinder gestritten, der andere Ehepartner wird herabgewürdigt, der Umgang vereitelt und all die anderen Spielchen. Doch was viele nicht wissen, dieses Verhalten dient weder dem Verursacher noch dem Kind und kann im schlimmsten Fall auch zum Verlust des Sorgerechts führen.

Was Sie tun können, um Ihren Kindern die Trennung erleichtern

Verantwortungsbewusste Eltern sind in der Pflicht, für ihre Kinder da zu sein. Hierfür steht zunächst einmal das gemeinsame Sorgerecht zur Verfügung. Nur in Ausnahmenfällen, also bei schweren Vergehen gegen die elterliche Fürsorgepflicht oder bei nachhaltiger persönlicher Nichteignung eines Elternteils kann es zum Entzug führen.

 

Die jüngst in Kraft getretene Erweiterung des Sorgerechts bietet nunmehr auch unverheirateten Vätern die Möglichkeit der Zuweisung des gemeinsamen Sorgerechts. Der Normalfall ist, dass sich beide Eltern gleichermaßen um das Kind kümmern und sich hierbei miteinander absprechen.

 

Doch dieser Normalfall ist leider gar nicht normal, allzu oft beginnt der Streit allein bei der Frage, bei welchem Elternteil das Kind künftig wohnen soll. Damit ein Familiengericht zugunsten eines Elternteiles entscheidet, wird schon einmal zu dem einen oder anderen unfairen Mittel gegriffen. Meist wird minutiös auf tatsächliche oder auch vermeintliche Fehler des anderen herumgeritten, ohne dass es einem der Eltern auffällt, dass das Kind unter diesen Spannungen leidet. Das geht soweit, dass dem anderen Ehepartner die Erziehungsfähigkeit abgesprochen wird oder solange am anderen herumkritisiert wird, bis wirklich Fehler passieren. Das kann nicht im Interesse eines Kindes sein.
 

Wenn Sie Ihrem Kind diese Situation und besonders die langfristigen Folgen ersparen wollen, können wir Sie nur beglückwünschen. Doch zu einer Ehe gehören zwei und auch Eltern ist man selten allein, so dass alle gute Vorsätze nichts wert sind, wenn der andere Ehepartner sich einen Dreck um die Belange des Kindes schert oder das Kind sogar benutzt, um eigene Belange durchzudrücken. Hier muss gehandelt werden, um diese Situation schnellstens zu beenden.
 

Wo vorher das familiäre Interesse überwog, steht heute, da die Ehe keine Zukunft mehr hat, die gemeinsame Verantwortung für das Kind. Dieses Umdenken muss in den Köpfen beide Elternteile stattfinden. Gelingt das nicht, wird es Probleme geben, die auch das Kind ausbaden muss. Wir sagen das an dieser Stelle so offen, weil wir oft von Elternteilen angesprochen werden, die selbst oder deren Kinder einem großen Druck ausgesetzt waren und wir dann den anderen Elternteil in die (rechtlichen) Schranken weisen mussten.
 

Eingreifen, wenn wirklich etwas schief geht

Jeder Elternteil hat einen individuellen Erziehungsstil, mit dem der andere Elternteil nicht unbedingt einverstanden sein muss, doch kann hiergegen zunächst nichts unternommen werden. Auch Gerichte stehen Eltern einige Freiheiten bei den täglichen Entscheidungen zu. Allerdings sollten Eltern bei den Kindern (ganz ohne Argwohn) ganz genau hinschauen. Wenn Sie unsicher sind, wie Sie sich verhalten sollten, sprechen Sie uns an. Wir stehen Ihnen gern mit Rat und Tat zur Seite.
 

Hinweise, auf die Sie achten sollten
 

Verhaltensänderungen beim Kind können ein Indiz dafür sein, dass der andere Elternteil mit der Erziehung überfordert ist, was bei der Mehrfachbelastung, denen wir alle ausgesetzt sind, schnell passieren kann und einfach Hilfe braucht. In diesen Fällen sollte man die Größe haben, Hilfe anzubieten und diese auch anzunehmen, es geht schließlich um das Wohlergehen der eigenen Kinder.
 

Leider müssen wir an dieser Stelle sagen, dass neue Partner in dieser Situation nicht immer eine fördernde Rolle spielen, von einigen rühmlichen Ausnahmen einmal abgesehen. Gelegentlich kommt es zu unschönen Eifersuchtsanfällen.
 

Sind Kinder jedoch einer ernsten Bedrohung ausgesetzt sind, muss unbedingt und sofort gehandelt werden, ganz gleich, ob es sich um eine Überforderungssituation handelt oder andere Gründe für das Leid der Kinder verantwortlich ist.

Wird den Kindern nicht geholfen, leiden die Kinder. Das Resultat sind oft jahrelange Spätfolgen. Viele seelische Erkrankungen gehen auf das Gefühl zurück, während einer Drucksituation allein gelassen worden zu sein. Gehen Sie davon aus, dass ein Kind nicht von sich aus Missstände anspricht, auch aus Angst vor neuem Streit oder einem drohenden Verlust eines Elternteiles. Hier muss wohlüberlegt werden, wie dem Kind geholfen wird. In den Verfahren, in denen wir als Verfahrensbeistände die Belange der Kinder vor Gericht vertreten haben, wurde uns deutlich, wie sehr Kinder sich beide Elternteile wünschen, auch wenn diese nicht mehr gemeinsam unter einem Dach leben.
 

Richtig handeln erspart viel Kummer und Leid
 

Sich aus Rücksicht auf die Kinder nicht scheiden zu lassen, ist falsch. Die Kinder haben ein Leben lang unter dem Vorwurf zu leiden, dass man nur weiter zusammen gelebt hat, weil es die Kinder gab. Ist eine Ehe kaputt, kann man den Kindern nichts vorspielen, sie merken, wenn die gegenseitige Zuneigung der Eltern nicht mehr da ist und merken auch, wenn man den Kindern eine heile Welt vorspielt. Ein klarer Schnitt hilft allen. Die Trennung und Scheidung ist ein solch klarer Schnitt und meist der Anfang eines neuen Lebens. Treten neue Partner ins Leben, stellt das meist kein Problem für die Kinder dar, da sie merken, um wie viel glücklicher der Elternteil jetzt ist. Im Idealfall können sich beide weiterhin um die Kinder kümmern. Aus unserer langjährigen beruflichen Praxis können wir sagen, dass es Kinder selten geschadet hat, wenn sich die Eltern nicht um die Kindern gestritten haben und auch nach der Scheidung für sie da waren.
 

Was nicht geht


Nicht selten wird ein gerichtlicher Streit auf dem Rücken eines Kindes geführt, um dem anderen eines auszuwischen oder um zu zeigen, wer der Chef im Ring ist. Für das Gericht ist es schwer, die tatsächlichen Motive der Auseinandersetzung heraus zu kristallisieren und eine Entscheidung zu treffen, die keinen Schaden bei den Kindern anrichtet. An dieser Stelle sollte erwähnt werden, das Richter mit längerer Berufserfahrung anders entscheiden als Richter mit kürzerer Berufsdauer, von denen einige schneller auf Scheinargumente ansprechen. Offenbar kann der Ausgang dieser Verfahren nicht immer genau vorausgesagt werden. Geraten Eltern gewollt oder ungewollt in derartige Verfahren, empfiehlt sich unbedingt, einen erfahrenen Anwalt einzuschalten, um die Risiken dieser Verfahren zu reduzieren.

Wir bitten um Verständnis, dass unsere Internetseite nicht auf all die drängenden Fragen, die Sie als Eltern bewegt, eingehen kann. Wir können jedoch mit unserem Engagement und unserer anwaltlichen Arbeit dafür sorgen, dass die Interessen Ihres Kindes bei der Scheidung berücksichtigt werden und es diese schwere Zeit später rückblickend nicht als Zeit des Schmerzes und des Verlustes in Erinnerung behalten wird.
 



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