Was fällt unter den Zugewinnausgleich?

 

Abfindungen
 

Abfindungen werden häufig im Rahmen des Zugewinn geregelt, können aber auch im Rahmen einer Unterhaltsvereinbarung geregelt werden.

 

Für den Ausgleichsberechtigten ist es in der Tendenz sinnvoller, die Abfindung im Rahmen des Zugewinns zu regeln, da der Ausgleich häufig schneller und in einer Summe erfolgt. Unterhaltsvereinbarungen erstrecken sich meist über einen längeren Zeitraum, d.h. dass der Ausgleichsberechtigte darauf vertrauen muss, dass sich die Umstände des Unterhaltsverpflichteten nicht verschlechtern.

Antiquitäten und Kunstgegenstände
 

Antiquitäten oder Kunstgegenstände unterliegen ebenfalls dem Zugewinn, wenn diese ausschließlich als Kapitalanlage angeschafft wurden. In den Fällen, in denen die Gegenstände zur Ausgestaltung der ehelichen Wohnung gedient hat, ist diese kein im Rahmen des Zugewinnsausgleichs zu regelnder Vermögensgegenstand, sondern wird im Rahmen der Hausratsauseinandersetzung geregelt.


Bankguthaben und Verbindlichkeiten


Kontoinhaber mus sich nicht nur Guthaben, sondern ein entstandenes Minus zurechnen lassen.

Bausparverträge


Ein Begünstigter eines Bausparvertrages muss sich diesen auf seinen Anteil am Zugewinn zurechnen lassen.

Bürgschaft
 

Bei einer Bürgschaft kommt es darauf an, wie wahrscheinlich die Inanspruchnahme des Bürgen erscheint. Das kann nicht mit absoluter Sicherheit vorausgesagt werden, ein Blick auf das bisherige Zahlungsverhalten des Schuldners lässt aber eine gewisse Wahrscheinlich zu, ob und in welcher Höhe der Bürge zahlen muss.

Darlehen

 

Erhaltene Darlehen sind Verbindlichkeiten, die im Rahmen des Zugewinns berücksichtigt werden, gleiches gilt für gewährte Darlehen, die als Vermögen gelten.

 

Dauerhafte Verpflichtungen

 

Dauerhafte Verpflichtungen können im Einzelfall auch im Rahmen des Zugewinnausgleichs angesetzt werden, besitzen jedoch eine größere Relevanz im Bereich des Unterhaltsrechts.

 

Forderungen
 

Forderungen sind als noch (nicht realisiertes) Vermögen anzusehen und unterliegen aber bereits dem Zugewinn, ganz gleich, wann diese bezahlt werden. Relevant ist, ob diese Forderungen zum Stichtag bereits bestanden.

 

 

Grundstücke, Häuser, Eigentumswohnungen

Während der Ehezeit durch Kauf erworbene Immobilien unterliegen dem Zugewinnausgleich.

 

Kapitalbildende Lebensversicherungen

 

Kapitalbildende Lebensversicherungen sind Vermögenswerte, die ebenfalls im Rahmen des Zugewinns geregelt werden. Eine Ausnahme bilden Lebensversichungen, die in einer Weise ausgezahlt werden, die dem Charakter einer Rente gleichen, z.B. bei einer monatlichen oder quartalsweisen Auszahlung. In diesen Fällen handelt es sich um Versicherungen, die im Rahmen des Versorgungsausgleichs geregelt werden.


Nießbrauch

 

Jeder Nießbrauch stellt einen Wert dar, der in einen konkreten Geldbetrag umgerechnet werden kann. Diesen Betrag muss sich der Nutzer zurechnen lassen.

 

Persönliche Gegenstände

 

Nicht zum Hausrat, sondern zum Zugewinn zählen Gegenstände, die nur den individuellen Bedürfnissen oder den persönlichen Interessen eines Ehegatten dienen, wie z.B. Bekleidung, Schmuck, Familienandenken und Sammlungen.

 

Sammlungen

 

Sammlungen, häufig handelt es sich um Münz- oder Briefmarkensammlungen, stellen einen Wert dar, der im Rahmen des Zugewinnausgleichs geregelt wird.

 

Steuererstattungen

 

Einkommensteuer-Rückerstattungsforderungen entstehen mit dem Ablauf des jeweiligen Kalenderjahres. Von diesem Zeitpunkt an fallen sie in das Endvermögen, und zwar in der Höhe, die sich aus dem endgültigen Steuerbescheid ergibt.

 

Schulden beim Finanzamt

 

Steuerschulden sind zu berücksichtigende Verbindlichkeiten, erbrachte Vorauszahlungen sind aber zu berücksichtigen.

 

Unternehmen


Ganz gleich, ob Apotheke, Architekturbüro, Arztpraxis, Lottoladen oder Internetshop, jedes Unternehmen, das während der Ehezeit entstanden oder in dieser Zeit wirtschaftlich gewachsen ist, unterliegt dem Zugewinnausgleich. Das bedeutet, dass dem Ehepartner des Unternehmers die Hälfte des Unternehmenszuwachses aus dieser Zeit zusteht.

 

Was viele nicht wissen: Im Rahmen des Zugewinnausgleichs kann neben den Sachwerten und dem Ertrag auch der Marktwert eines Unternehmens in vielen Fällen angesetzt werden. Im Falle einer gut eingeführten Firma kann z.B. der Markenname der gesamten Firma oder eines einzelnen Produktes dieser Firma einen ganz erheblichen Wert darstellen.




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