Zeitliche Trennung


Welche Trennungszeiten müssen beachtet werden?


Als Grundsatz gibt: Die meisten Scheidungen werden nach mindestens einjährigem Getrenntleben durchgeführt. Die Ausnahme ist die Scheidung nach dreijährigem Getrenntleben. Müssen bei einer Scheidung nach einjähriger Trennung noch Nachweise über die Trennung erbracht werden, so fällt dieser Nachweis bei der Scheidung nach dreijähriger Trennungszeit weg.

 

Leben die Ehegatten mindestens ein Jahr getrennt voneinander und beantragen beide die Scheidung der Ehe oder ein Ehegatte stimmt dem Scheidungsantrag des anderen Ehegatten zu, wird gesetzlich unwiderlegbar vermutet, dass die Ehe zerrüttet ist (1566 Abs. 1 BGB). Das Gericht wird dann die Ehescheidung aussprechen.

 

Leben die Ehegatten seit mehr als drei Jahren getrennt voneinander, wird in § 1566 Abs. 2 BGB die unwiderlegbare Vermutung aufgestellt, dass die Ehe gescheitert ist. Nunmehr kommt es für die Scheidung nicht mehr darauf an, ob beide Ehegatten den Scheidungsantrag stellen oder ein Ehegatte dem Scheidungsantrag des anderen zustimmt. Auch wenn nur ein Ehegatte den Scheidungsantrag stellt, wird die Ehe für gescheitert gehalten und geschieden.

 



Scheidung vor Ablauf des Trennungsjahres


In besonderen Ausnahmefällen besteht auch vor Ablauf eines Trennungsjahres die Möglichkeit, eine Ehe zu scheiden. Dies ist in § 1565 Abs. 2 BGB geregelt. Demnach ist eine Ehe auch vor Ablauf eines Trennungsjahres zu scheiden, wenn die Fortsetzung der Ehe für den Antragsteller aus Gründen, die in der Person des anderen Ehegatten liegen, eine unzumutbare Härte darstellen würde. (OLG Düsseldorf, Beschl. v. 1.3.1999 - 3 WF 47/99; abgedruckt in FamRZ 2000, 286).

 

Wenn die Ehefrau aus einem ehebrecherischen Verhältnis ein Kind erwartet, könnte sich der Ehemann auf eine unzumutbare Härte berufen. Diese liegt aber nicht in dem Ehebruch als solchem, sondern in dem Umstand, dass er bei rechtskräftiger Ehescheidung vor Geburt des Kindes nicht als der Vater des Kindes angesehen wird (OLG Karlsruhe, Beschl. v. 13.4.2000 - 20 WF 32/00; abgedruckt in FamRZ 2000, 287).

 

Anmerkung der Redaktion: Kinder gelten als ehelich, auch wenn diese innerhalb der Ehe geboren werden, auch wenn der Vater des Kindes ein Dritter ist.

 



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